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Raja-Yoga-Atemmeditation
Auszug aus dem Anleitungsheft zur CD-Reihe "Meditative Selbsterfahrung"

Raja-YogaZiel der Meditation ist die Steigerung der inneren Wahrnehmung und Konzentration, die Befreiung der Kreativität, die Weckung neuer Energien. Bei regelmäßiger Übung bekommen wir ein neues Gefühl der Wachheit, der Lebensfreude und Selbstsicherheit. Diese geführte Atem-Meditation hat ihren eigenen Wert als meditative Übung, reinigt den Energie-Körper, harmonisiert die Chakras, weckt verborgene Fähigkeiten und beschleunigt die innere und äußere Entwicklung, wenn sie konsequent über längere Zeit hinweg ausgeführt wird. Darüber hinaus ist diese Atem-Meditation auch eine Vorübung und Begleitübung zur "stillen", "kontemplativen" Meditation und zur Zen-Meditation.


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Übungs-Anleitung

Grundprinzip ist die Wechsel-Atmung aus dem Yoga, eine wichtige Übung des Pranayama, der Energielenkung durch die Regelung des Atems, die von SWAMI VIVEKANANDA schon in dem Bestseller der YOGA-LITERATUR, "RAJA-YOGA", beschrieben wurde:

Die Wechsel-Atmung wird normalerweise im Sitzen ausgeführt. Man klappt zunächst die drei mittleren Finger der rechten Hand nach innen, so daß rechter Daumen und rechter kleiner Finger abstehen. Nun hält man das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen zu und atmet nur durch das linke Nasenloch ein, hält den Atem kurz an, hält dann mit dem kleinen Finger der rechten Hand das linke Nasenloch zu, nimmt den Daumen vom rechten Nasenloch weg und atmet durch das nun offene rechte Nasenloch wieder aus. Anschließend atmet man nur durch das rechte Nasenloch wieder ein, hält an, schließt rechts und atmet links aus, links dann wieder ein usw., also immer abwechselnd durch jedes Nasenloch. Merkregel: Zum AUSATMEN wechselt man die Seite, beim EINATMEN bleibt man auf derselben Seite. Durch diese Übung werden die positiven und negativen Energien des Körpers ins Gleichgewicht gebracht. Das führt körperlich-seelisch in die Ruhe und so in die Mitte unseresWesens.

Man atmet in Meditationshaltung sitzend, mit geschlossenen Augen, das Bewusstsein ganz nach innen gesammelt. Sanft atmen - es kommt nicht auf die Luftmenge an, sondern auf die "Leichtigkeit des Atmens" und die Konzentrationskraft. So sanft, als ob man an einer Rose riechen würde!

Der Übungszyklus besteht immer aus verschiedenen Varianten dieser einfachen Grund-Übung. In einer besonderen Form hat die Meditation 6 Phasen, die ersten drei Phasen übt man mit Musik-Begleitung (Panflöte von ZAMFIR/CELLIER auf der entsprechenden Meditations-CD), die drei letzten Phasen werden durch Glockenschläge eingeleitet, sind "Stille Meditation".

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1. PHASE: EINFACHE WECHSEL-ATMUNG, IM EIGENEN TEMPO

Sitzen sie gerade, entspannt und elastisch da, schließen Sie die Augen und schauen Sie tief nach innen. Wenn die Musik anfängt, beginnen Sie mit der einfachen Wechsel-Atmung im eigenen Rhythmus. Die Atemart ist dabei Ihnen überlassen, d.h. Sie können nur Brust-Atmung, nur Bauchatmung oder auch die volle YOGA-ATMUNG machen. Wichtig ist dabei, daß alles entspannt geschieht, der Atem leicht fließt, Sie mit voller innerer Konzentration dabei sind.

2. PHASE: REINIGUNG DER BEIDEN ENERGIE-KANÄLE

Sie reinigen nun die Energiebahnen, die sich links und rechts von der Wirbelsäule entlangziehen.

a) linke Seite

Sie schließen dazu das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen und lassen es während der ganzen Phase geschlossen.

Dann atmen Sie zur Musik NUR durch das linke Nasenloch ein und aus. Bei jedem Einatmen steigen Sie mit dem inneren Auge links von der WIRBELSÄULE hinab bis zum Steißbein, halten dort kurz den Atem an, und steigen dann beim Ausatmen wieder mit dem gesammelten Bewußtsein links von der WIRBELSÄULE empor.


b) rechte Seite

Führen Sie dieselbe Übung durch wie unter a), nur mit dem Unterschied, daß jetzt das linke Nasenloch dauernd verschlossen bleibt und nur durch das rechte Nasenloch geatmet wird.


3. PHASE: WECHSELATMUNG MIT IMAGINATION


Üben Sie in dieser Phase wieder die WECHSELATMUNG, diesmal aber, und das ist das Entscheidende, mit tiefer Konzentration auf die WIRBELSÄULE und ATEM-ANHALTEN im Unterleib. Bei jedem Einatmen steigen Sie mit dem inneren Auge seitlich entlang der WIRBELSÄULE hinunter bis zum Steißbein, halten den Atem ein paar Sekunden im Unterleib, im Steißbein, an und steigen dann beim Ausatmen auf der anderen Seite der WIRBELSÄULE wieder empor, warten etwas - und machen dann den nächsten Atemzug in derselben Weise, erleben so immer intensiver die Kraft des WAHREN SELBST.

4. PHASE: "ICH-DU-MEDITATION" (SCHWEIGE-MEDITATION)

(OHNE MUSIK, durch Dreifach-GLOCKE eingeleitet)

Lösen Sie sich nun vom körperlichen Energie-Bewusstsein und stimmen Sie ganz ein auf das GEISTIGE BEWUSSTSEIN, auf die WAHRE WIRKLICHKEIT, das HÖHERE SELBST, das GROSSE, GÖTTLICHE DU, das Sie selbst und Ihre ganze Umwelt liebt und trägt:

Sitzen Sie gerade-meditativ und legen Sie Ihre Hände ineinander. Atmen Sie sanft durch die Nase ein und aus, das Bewußtsein dabei auf die Bauchbewegung gerichtet.

Bei jedem Einatmen denken Sie in sich "ich" - und spüren sich dabei als Körper, als Person, bei jedem Ausatmen denken Sie "DU" - und lassen Ihre ganze Persönlichkeit los, lassen sie hineinfallen - in das WAHRE SELBST, in das UNENDLICHE DU hinein.

Üben Sie so in der Stille, bis zwei Glockenschläge kommen.


5. PHASE: "NUR-DU-MEDITATION" (SCHWEIGE-MEDITATION)

(OHNE MUSIK, durch Dreifach-GLOCKE eingeleitet)

Sie setzen in dieser Phase die stille Meditation fort, lassen dabei aber den "Ich-Gedanken" beim Einatmen weg, sammeln sich nur mehr auf das "DU" - bei jedem Ausatmen. Und lassen Sie sich bei jedem "DU" immer mehr hineingleiten in das LICHT UND DIE WIRKLICHKEIT DES WAHREN, HÖHEREN SELBST. Wenn es Ihnen schwerfällt, beim einatmen gedankenfrei zu bleiben, können Sie auch "nur" beim Einatmen denken, also eine "Nur-DU-Meditation" üben.- Das Ende wird auch hier mit zwei Glockenschlägen angezeigt.

6. PHASE - RUHE  (ohne Musik)


Legen Sie sich nun auf den Rücken, lassen Sie den Atem von selber kommen und gehen und genießen Sie so für ein paar Minuten Ruhe und Entspannung, solange, wie es für Sie angenehm ist. Kommen Sie dann auf eigene Weise durch etwas intensiviertes Atmen in den Körper zurück und beenden Sie so die Meditation.



Weitere Hinweise

Wie kann/soll man bei dieser Übung atmen?

Die so genannte volle Yoga-Atmung ist am besten geeignet. Hier beginnt man das Einatmen mit dem Bauch, indem man erst den Bauch nach vorne sich wölben läßt, danach atmet man höher hinauf, dehnt die Rippen nach allen Seiten, schließlich nimmt man die obere Atmung, die Lungenspitzen-Atmung, mit dazu.

Beim Ausatmen beginnt man wieder mit dem Bauch! Man läßt den Bauch erst nach innen gehen, läßt dann die Rippen sich wieder zusammenziehen und schließlich kommen die Schultern etwas herunter. Auf diese Weise entsteht eine energetisierende Atem-Welle, die durch den ganzen Körper läuft; man macht es richtig, wenn ein wunderbar strömendes Gefühl durch den ganzen Körper fließt.

Besonders wichtig ist es, immer nach dem Ausatmen den Unterbauch noch etwa mehr einzuziehen, bis ein starkes Gefühl der Atem-Sehnsucht entsteht, ein schmelzendes, sehnsüchtiges Gefühl im Unterleib; dann erst läßt man den Atem wieder kommen, es geschieht dann wie von selbst.

Die intensivste Energie-Aufladung entsteht bei harmonisch-gleichförmiger Wellen-Bewegung der Muskulatur, die Menge der eingeatmeten Luft braucht nicht groß zu sein!


Variationen sind möglich beim Atem-Anhalten in der 3. Phase. Hier kann man drei Formen unterscheiden:

1) man hält den Atem gar nicht an, atmet nur verlangsamt. Diese Form ist zu Beginn zu empfehlen.

2) man hält den Atem nach dem Einatmen an, spürt ihn im Unterbauch, im Becken, setzt sich dort gewissermaßen nieder, sammelt die aufgebauten Energien für einige Sekunden dort. Diese Zeit kann man nach einiger Übung steigern, aber immer sehr vorsichtig, ohne Übertreibung.

3) man hält den Atem nach dem Ausatmen an: es entsteht ein Atemsog, ein schmelzend-sehnsüchtiges Gefühl im Unterbauch, das automatisch die richtige Form der Wellenatmung hervorbringt.


Die Wirkungen der Wechselatmung
Diese Übung kann sehr intensiv wirken, gehen Sie deshalb Schritt für Schritt vor, üben Sie ohne Übertreibung, besonders beim Atemanhalten. Die Übung sollte immer angenehm sein. Wenn Ihnen die ganze Meditation zu lang ist, reicht es auch, nur 10-15 Minuten die einfache Wechsel-Atmung zur Musik zu üben. Die Übung können Sie selbstverständlich im Alltag auch zwischendurch immer wieder für ein paar Minuten ohne Musik machen! Wenn Sie sich beim Üben um tiefe Konzentration bemühen, gibt Ihnen diese Meditation eine außergewöhnlich tiefe Ruhe, ein Gefühl von gesammelter Kraft und neuer Energie. Viele spüren auch, daß der Körper während der Übung so warm wird, daß man ins Schwitzen kommt.

In seltenen Fällen kommt es vor, daß das "Raja-Yoga-Atmen" innere Unruhe auslöst. Das liegt nicht an der Übung selbst, sondern sehr wahrscheinlich daran, daß durch die intensive Wirkung auf das Unbewußte verdrängte Erinnerungen hochgespült werden. Wenn Sie während der Übung regelmäßig(!) das Aufkommen solcher Unruhe merken, so sollten Sie eine Zeitlang auf die intensive Form verzichten und mehr einfache Atem- und Entspannungsübungen machen. Vielleicht ist es auch gut, die Übung zunächst zu lassen und zu versuchen, mit Hilfe eines meditativ orientierten Therapeuten die Ursachen für die innere Unruhe zu finden und aufzulösen.

Wenn Sie für eine konsequente Übung strenger Meditationsformen wie z.B. ZEN oder KONTEMPLATION nicht die notwendige Geduld und Ausdauer aufbringen, können Sie durchaus diese Übung der Wechselatmung als spirituelle Übung nehmen. Sie hat auch in dieser Hinsicht großen Wert, wird ihre Intuition wecken und Sie auf dem inneren Weg zum GÖTTLICHEN gut voranbringen.

SWAMI VIVEKANANDA empfiehlt in seinem Buch RAJA-YOGA (H. Bauer-Verlag, Freiburg) diese Atem-Meditation sogar als einzige Übung für den spirituellen Weg:

"Wenn Sie tüchtig üben, wird eines Tages bei Ihnen die schöpferische Lebenskraft (KUNDALINI) erweckt sein. Jenen, die ein- oder zweimal am Tag üben, wird gerade ein wenig körperliche oder geistige Ruhe zuteil werden, sowie eine schöne Stimme. Doch nur bei denen, die dann weiterüben, wird die Kundalini erweckt werden, die ganze Schöpfung wird sich ihnen verwandeln und das Buch der Erkenntnis sich öffnen. Nicht mehr werden sie Erkenntnis in Büchern zu suchen brauchen; ihr eigenes Bewusstsein wird zum Buch geworden sein, das für sie unendliche Erkenntnisse enthält."

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