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RAJA-YOGA, der königliche Weg der Meditation

Meditationstag |  Meditations-CD Raja-Yoga

Yoga Zwei Welten 200(Auszüge aus Elisabeth Haich & Selvarajan Yesudian: RAJA YOGA - Yoga in den zwei Welten (Seite 66 ff.), eine der besten Einführungen in das Wesen der Meditation. Unübertroffen klar wird darin die "Suche nach dem SELBST" beschrieben wie sie als Hauptweg zur Erlösung immer wieder auch von Ramana Maharshi, dem großen Indischen Weisen, vor uns hingestellt worden ist. Und dazu noch eine einfache und zugleich tiefgründige Darstellung, wie sich die Wege des Ostens und des Westens (der individuelle und der kollektive Weg) ergänzen und verbinden. (Das Buch ist antiquarisch erhältlich oder auch als Taschenbuch-Neuausgabe, die neueren Umschlagsgestaltungen treffen des Geist des Buches nicht)

Die Übung des RAJA-YOGA - die Suche nach dem SELBST  (atma-vichara)

"Ein großer Yogi sagte zu seinem Schüler: "Setze dich bequem mir gegenüber, so, daß der Körper dich nicht stört und dir in keiner Weise hinderlich ist. Schließe deine Augen. Versetze dein Bewußtsein aus dem Kopf in das Herz, denn dort befindet sich das SELBST. Denke an immer nur an dein eigenes SELBST, bis du dein SELBST sein wirst." - Das war alles! - In diesen knappen Worten ist der ganze Raja-Yoga enthalten. Denn wer dies fertigbringt, der befindet sich bereits am Ziel. - Der Meister erklärte nichts weiter. Nur wenn der Schüler innere Erlebnisse hatte, gab er ihm hie und da Anleitungen, die aber zumeist nur soviel enthielten: "Wenn du etwas in deinem Inneren siehst, oder hörst, oder sonst erlebst, kümmere dich nicht darum, es sind nur Begleiterscheinungen. Konzentriere unentwegt und immer weiter deine ganze Aufmerksamkeit in das HERZ, auf dein eigenes SELBST."

Wenn in Indien ein Meister zu jemand sagt: "Setze dich", so bedeutet dies, daß man sich im Lotussitz auf den Boden niederlassen soll. Auch für den Europäer ist es am besten, wenn er Raja-Yoga in dieser Körperhaltung übt, denn in ihr läßt sich die vollkommene innere Harmonie am leichtesten erreichen. Wenn jedoch diese Körperhaltung für jemand unbequem ist, so soll er sie nicht erzwingen. Es ist überdies nicht notwendig, die Füße zu verschränken. Sehr wichtig ist allerdings, daß das Rückgrat gerade gehalten wird und unter keinen Umständen steif. Die Hände sollen möglichst auf den Knien ruhen, die Augen geschlossen und die ganze Aufmerksamkeit wird nach innen gelenkt, auf unser SELBST.
Versuchen wir nun, unser eigenes SELBST zu suchen. Jeder Mensch, auch der primitivste, fühlt, das SELBST habe seinen Sitz im Herzen. Spricht jemand von sich als "ich" und will dies nachdrücklich betonen, dann zeigt er mit einer Handbewegung unwillkürlich auf die Mitte seiner Brust. Er ahnt unbewußt, daß der Sitz des SELBST, die Quelle aller Kräfte - im Herzen ist. Wenn wir uns nicht damit zufrieden geben, daß wir die Stelle des SELBST "ungefähr" fühlen, sondern ganz genau das Zentrum und die Wurzel erforschen wollen, dann sind wir überrascht, sie zunächst nicht finden zu können. Wir können nicht ohne weiteres in die Mitte unseres SELBST gehen. Wenn wir uns mit aller Aufmerksamkeit auf unser ICH konzentrieren und mit Gewalt in unser SELBST hineingehen wollen, machen wir die sonderbare Erfahrung, daß dieses SELBST mit vielen Hüllen bedeckt ist. Erst nach ausdauernder und intensiver Konzentration wird nach und nach eine Hülle um die andere abgestreift.Diesem eigenartigen Gefühl ist es zuzuschreiben, daß die Mystiker aller Zeiten das SELBST mit einer Blume mit vielen Blütenblättern verglichen haben, die sich langsam, stufenweise entfaltet, ein Blütenblatt nach dem anderen öffnet, bis schließlich, nach vollem Erblühen, die Blume ihr Innerstes zeigt - und wir in der Mitte das strahlende ÜBERSELBST finden.Wenn wir das Zentrum unseres SELBST nicht leicht und sofort finden können - verzagen wir deshalb nicht. Unbeirrbarer Wille, Geduld und Ausdauer führen siegreich zum Ziel. Das leuchtende ÜBERSELBST ist in uns und wartet, bis wir uns - wie schon so viele Andere - durchgekämpft und durchgemüht haben, bis alle sich aufdrängenden und uns abhaltenden Gedanken endgültig zum Schweigen gebracht wurden. Das Denken ist auch heute noch die biblische Schlange: Sie verführt und lockt uns von dem Pfade, dem wir folgen wollen, fort. Wir bemerken stets, daß wir in das Dickicht der Gedanken geraten sind, wenn wir aus dem Paradies schon herausgefallen sind. Die Gedanken werden unsere Aufmerksamkeit immer wieder aus der inneren Konzentration herausführen und nach außen wenden. - Macht nichts! - Wir fragen: "Wer" ist es, der jetzt gedacht hat? Und die Antwort: "ICH", führt uns wieder zurück auf den Weg zum Mittelpunkt.
Wenn wir nach sorgfältigem Üben soweit gekommen sind, uns unserem SELBST zu nähern - wenigstens auf eine kurze Zeit, dann dringt unser Bewußtsein tiefer und immer tiefer. - Beim Üben des Raja-Yoga schläft das Bewußtsein nicht, ganz im Gegenteil! Je mehr es in das SELBST eindringt, um so wacher wird es. Das göttliche Überbewußtsein ist der vollkommene WACHZUSTAND. Unser persönliches Leben ist im Vergleich zum göttlichen Bewußtsein nur eine Art des Schlafens; die irdischen Erlebnisse unseres persönlichen Bewußtseins nichts weiter als Träume.

Die Vereinigung mit dem göttlichen SELBST, der vollkommene Wachzustand, ist mit dem Gefühl der vollkommenen Glücksempfindung verbunden.

Wer sich diesem hohen Zustand mit dem Bewußtsein genähert hat, steht an der Pforte der Glückseligkeit. Hinter ihm die erschaffene Welt mit dem ewigen Kreislauf von Geburt und Tod, vor ihm das NICHTS, aus dem alles erschaffen wurde. - Dieses NICHTS, in dem ALLES enthalten ist, ist NIRWANA. - Der Begriff NIRWANA wird von demjenigen völlig mißverstanden, der seine Bedeutung mit Vernichtung verwechselt. Es gibt keinen geeigneten Ausdruck dafür, aber wir kommen dem Sinn nahe, wenn wir ihn mit "ALLWERDUNG" bezeichnen. Wer hier eintreten will, muß den letzten Gedanken fallen lassen, der an die erschaffene Welt bindet: auch den Gedanken und das Gefühl des "ICH". Denn das ICH selbst ist das Leben, das Wort, der Logos, obgleich er eins ist mit dem Vater, ist er doch das schaffende Prinzip - der Sinn, der ständig das Gesetz von Geburt und Tod auf sich nimmt. Wer ganz befreit werden will, der muß das letzte Konkretum, das persönliche Ichbewußtsein, aufgeben. Das ICH ist der erste Gedanke, der mit der Bewußtwerdung des Menschen geboren wird und der letzte, der ihn bis zur Pforte begleitet. "ICH bin der Anfang und das Ende" (Off. 1/8) sagt das Logos-Wort in der Bibel. "Ich bin der Anfang, die Mitte und das Ende von allem" sagt Logos in der Bhagavad Gita. - Aber auch dieses ICH-Bewußtsein muß man verlassen. - Die Pforte ist offen das Bewußtsein versenkt sich vollkommen in den Vater - schmilzt in IHN hinein - IN DEN ABSOLUTEN, EWIGEN.
Diesen Zustand kann man nicht beschreiben, nur erleben. Die indischen Yogis nennen ihn "Nirvikalpa-Samadhi", die christlichen Mystiker "heilige Ekstase" oder "Unio mystica". Die Benennungen können verschieden sein - das Erleben ist dasselbe."

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