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Sutra des headless way

Vorbemerkung: Eine Sutra soll die Essenz eines Wissens- oder Erfahrungsgebietes ausdrücken. So habe ich 2005 den nachfolgenden Text für den headless way verfasst und hoffe dass er für alle Übenden des headless way eine inspirierende Zusammenfassung wohl fast aller Aspekte des headless way darstellt, ergänzt auch mit einigen Aspekten aus der ZEN-Erfahrung.. 
(Scroll down for english version sutra of the headless way!)    Tageskurs-workshop headless way

Wahres Wesen überall!

"Ja, ich habe einen Kopf" - für mein Denken, für mein Ich, für mein Spüren, für die andern, für den Spiegel. Doch HIER ist kein Kopf da, ist kein Kopf da, ist kein Kopf da!
HIER bin ich ganz ohne Kopf, nur leerer Raum auf meinen Schultern, höher als der Himmel, Sterne obendrauf als Hut, tiefer als die Erde, nach rechts und links unendlich weit.
"Da ist kein Kopf" (KOPF-LOS) ist DAS, was ich wirklich, wirklich, wirklich bin. Ganz ohne Kopf hab ich die Welt, die ganze Welt auf meinen Schultern. Und das ist wirklich, wirklich wahr, sagt mir die Mystik aller Welt. Erforsche ich ganz tief den SINN von "kein Kopf da" ist dieser Sinn genau die Dinge, die ich (jetzt grad) vor mir seh, enthauptet mich doch jedes Ding, das hier vor mir erscheint.
"Kein Kopf hier da", nur Welt (auf meinen Schultern), jetzt und früher, Tag und Nacht, in Ruhe und Bewegung, immer genau dort, wo ich jetzt bin. Und schließlich auch kein Körper mehr, ganz grenzenlos, nur weiter Raum für alles! Da ist nur WELT, die ganze Welt ganz einfach DA! Mein Körper ganz in dieser WELT - und diese Welt in mir - als ICH - als RAUM!
Das, was HIER sieht, ist einfach NICHTS, buchstäblich NICHTS, ohne Form und Farbe, ohne Substanz - und immer da. Es ist ganz leer auf meinen Schultern, am nächsten zu mir selbst, hinter allen Schatten von Augen, Nase, Spüren, Riechen, Schmecken, Hören…
So höre ich: Die Uhr, ein Meeresrauschen, eine Stimme, Mozarts Requiem - kein Hörer weit und breit, kein Abstand, NUR TICK-TACK, TICK-TACK, nur die Musik- MUSIK!!!
Essen, Trinken verschwindet lustvoll schmackhaft in der TIEFE HIER, ungreifbar, doch einzig HIER wahrhaft genießbar. Was Du, mir gegenüber, isst und trinkst, geht ganz geschmacklos dort in deinen Mund, und bleibt in deinem Körper dort. Bei mir da schmeckt es einfach - ohne ORT!! An KEINEM Ort!
In der Welt des Scheins, da, wo Du mich siehst, da hab ich einen Kopf - für Dich, denn meinen irdischen Kopf, den hast nur Du. Hier, in meiner Welt des Seins, wo ich der Seher bin, mir näher als das Naheste, da hab ich keinen Kopf, da BIN ich NICHTS als Seher, ungetrennt von mir, mir selbst unendlich nah, hinter allen Schatten (von Nasenspitze oder Wimper). Dein Gesicht dann mit (dem Auge) der Leerheit sehen, heißt: Dein Gesicht als meines haben und erkennen: Sehen, Sein und Lieben - alles EINS.
Seh ich mit dem Auge der Leerheit mein eigenes Gesicht im Spiegel, dann bin ich dieses Bild und auch der Spiegel mit dazu. So bin ich für Geburt und Tod von diesem Körper ganz leerer Raum, geschieht Geborenwerden, Leben, Sterben dieser Körperform nur in MIR! Im Herzen meines SEINS!

Der Körpermensch im Spiegel lebt in der Zeit, erfährt in Myriaden Bildern Geburt, Leben und Tod, Leben auf Leben, ständig wechselnd, ständig fließend! Doch schau ich HIER zurück auf das, was alle Bilder sieht: Kein Gesicht und keine Bewegung, keine Zeit, kein Alter, immer NICHT-DING, heute wie vor 1000 Jahren, heute wie in 1000 Jahren - ewig frei - hier immer meine "AUSZEIT"!
Atom und Molekül, Zelle, Fasern, Körper oder Landstrich, Erde, Galaxie, alles nur Erscheinung meiner SELBST - als was? Als NICHT- DING bin ich das!
Nicht-Kopf als leerer Raum, das ist mein Wahrer Kopf, NICHT- DING, unendlich groß und weit, ganz unbewegt! Wenn ich gehe, geht mein Körper, gehen meine Beine und geht die Welt durch meinen Wahren Kopf hindurch. So lebe, gehe, atme ich in meinem Wahren Kopf. Ich gehe stets von "nirgendwo" nach "nirgendwo", lebe immer im "Gemälde" dieser LEERE, in nur EINER Dimension! Des Nachts lieg ich so gern in meinem Wahren Haupt.
"Ich hier im Kopf, im Körper" - nur ein Gedanke meiner Selbst, das heißt: der großen, weiten Welt! Hier ist kein Kopf - ist nur Bewusstsein des Bewusstseins. Ich atme - ganz ohne Kopf: Nur ein Luftzug in der großen weiten Welt - nur ein Luftzug im großen leeren, grenzenlosen Raum!! Der blaue Himmel, die grünen Wiesen atmen!
Der leere Raum auf meinen Schultern ist offen, weit und grenzenlos, voll bewusst, sich ständig selbst aus sich erzeugend, ist weiter Raum mit Platz für alles, IST er doch alles um mich her…
Das Wahre Sehen ist das SEIN, das SEIN der Dinge um mich her, und das, was sieht, ist NICHTS, ist eben diese Dinge. Kein Seher weit und breit! Kein Abstand! Und kein Stillstand - ewig fließend!
Du Stuhl (Palme, Vase, Lampe, Hund, …), dort mir jetzt gegenüber, Du siehst genauso gut wie ich!
Der leere Raum ist unser aller Wahres Wesen und existiert von Anbeginn, wann kehrst Du selbst zu ihm zurück und bist zuhause dann mit aller Welt.

Wahres Wesen überall!

(Copyright: Reinhold Pertler 2017)            Tageskurs-workshop headless way

English Version: A sutra should express the essence of a field of knowledge or experience. So in 2005 I wrote the following text for the headless way and I hope that for all practitioners of the headless way it is an inspiring summary of almost all aspects of the headless way, including some ZEN-aspects.

True nature everywhere! 

Yes, “I have a head” - for thinking, sensing, to recognise myself, for everybody else, for the mirror. But HERE there is no head, no head at all, nowhere! HERE I am completely without head, only empty space on my shoulders, sky high, crowned by stars, deeper than the earth, boundless to the right and left. “There is no head” (headless), is what I AM, really and truly. Completely headless I carry the whole world on my shoulders. And mysticism from all over the world tells me that this is real, and true. Deeply exploring the SENSE of “without a head”, this sense is exactly the things I see before myself, (just now), all things apparent before me making me headless. “No head here”, only the world (on my shoulders), now and before, day and night, in rest and movement, always exactly where I am just now. And finally no more body, limitless, only boundless space for everything.

There is only WORLD, simply the whole world, HERE. My body fully in the WORLD, and this world within me, as I AM, as SPACE. The witness of HERE is NOTHING, literally NO THING, no form or colour, no substance, just constant presence. It is empty on my shoulders, closest to me, behind all shadows of eyes, nose, senses, smell, taste, hearing...

That's how I hear: the clock, the surf, the sound of a voice, Mozart's requiem – no listener anywhere, no distance, only tic-toc, tic-toc, only the music  - MUSIC Eating, drinking disappear pleasurably tasty in the DEPTH HERE, intangible, but only HERE truly enjoyable. All you eat in front of me goes into your mouth tasteless and stays in your body there. For me it just tastes delicious, without location, with NO Location at all. In the world of appearances, where you can see me, I have a head – for you, because only you have my earthly head.

Here, in the world of being, where I am the one who sees, the witness, closer than close to myself, here I have no head, here I AM NOTHING, am witness, not separate from myself, infinitely close, behind all shadows. To see your face with (the eye of) emptiness means: to have your face as mine, and realise: to see, to be, to love, is all ONE. Seeing my own face in the mirror with the eye of emptiness, I am also the reflection and the mirror. For birth and death of this body I am empty space. Birth, life and death of this body only happen WITHIN, in the heart of my BEING. The body person in the mirror is living within time, experiences birth, life and death in a multitude of images, life after life, constantly changing, flowing. But HERE I look back at the witness of all the images. No face, no movement, no age, always NO-THING, today as 100 years ago, today as in 1000 years – eternally free – here, always my “TIME OUT”.

Atom and molecule, cell, fibre, body or landscape, earth, galaxy, all manifestations of SELF.... as NO-THING, I am all that. No-head as empty space, this is my true head, NO-THING, infinitely big and wide, without motion. When I walk my body walks, my legs walk and the world moves through my true head. I live, walk, breathe in my true head.

I'am walking just from “nowhere” to “nowhere”, living within the “portrait” of this EMPTYNESS, in only ONE dimension. At night, how wonderful it is to lie in my true head. “Me, here, in my head, in my body”  - only a thought of my self, of the big, wide world. Here, there is no head – only consciousness of consciousness. I breathe without a head – only a breeze in the big wide world, only a breeze in the big, empty, limitless space. The blue sky, the green meadows, they are breathing!

The empty space on my shoulders is open, wide, limitless, fully conscious, continuously creating itself from itself, is wide space with room for everything - it's everything around me...

True seeing is BEING, the BEING of the things around me, and the seer is literally NOTHING, is just these things. No seer wide and far, no distance. And no stopping, eternal flow.

You, chair (palmtree, vase, lamp, dog,...) just in front of me, you see the same way just as I do!

Empty space is our true nature, from the beginning; when will you return to it and then be at home with all of the world.

True nature everywhere!
(Copyright: Reinhold Pertler 2017 - Hints for a better translation in English are welcome!)

 

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