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Advaita Satsang Kritik Erleuchtung Erwachen München headless way

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Trau keinem Erwachten

warum wohl? Wer etwas Gespür für das Echte hat oder sich entwickeln lässt, könnte entdecken: Ramana Maharshi hatte keine Schüler oder "Nachfolger" oder "eine Linie" irgendwohin. So braucht es niemanden, der die "Essenz" Ramanas verkündet oder "als Kanal" für ihn wirkt, eine grandiose Anmaßung. Also hat der wahre Ramana Maharshi nichts zu tun mit Osho, Papaji, und anderen "Kanälen". Die Berufung auf Ramana Maharshi ist schlichtweg als Autorisierung nicht möglich und wird vom Ramana-Maharshi-Ashram in Südindien im gleichen Sinne und mit gutem Grunde bestritten (siehe entsprechende Artikel in der Ashram-Zeitschrift Mountain Path). Es ist und bleibt eine Anmaßung. Ramana Maharshi hatte - wie er immer wieder selbst betonte - keine Schüler, so gibt es auch keine "Schüler eines Schülers" von Ramana Maharshi. Ramana Maharshi war im Grad seiner Verwirklichung einsame Größe, der spirituelle Riese des vergangenen Jahrhunderts. Wenn man also einfach ein Foto von Ramana Maharshi hinter sich an die Wand hängt, belegt das rein gar nichts. Das ist in etwa so, wie wenn ein Kieselstein sich vor ein Plakat der Zugspitze legt und sagt: "Eigentlich bin ich ja auch ein Berg", ich "verkünde" schon "Dasselbe" wie Ramana Maharshi - eine grandiose Verkennung!
Der Kern einer echten Erfahrung ist für alle gleich, und jeder HAT es, IST es schon vor einem Erwachen, unabhängig von einem Erwachen oder "SEHEN". Im Grad der Verwirklichung aber gibt es erhebliche Unterschiede, auch wenn das VERWIRKLICHTE immer gleich ist. Nicht umsonst hat sich ein überragend großer Zenmeister wie Jôshû 60 Jahre (!) geschult, bevor er anfing Schüler zu unterweisen!

Die Überschwemmung des spiritellen Marktes mit Erleuchten, Neo-Advaita-lehrern etc. mag seinen tieferen kollektiven Sinn habe, das Echte und Authentische ist es nicht. Diese Entwicklung passt aber gut in die heutige Zeit, neben den Fake-News gibt es nun auch die Fake-Erleuchtung und die Fake-Gurus in Hülle und Fülle.

Dabei bräuchte man auf nichts verzichten, wenn man diese Fake-Geschichten loslässt: Wenn man das Original zur Verfügung hat, wie etwa Ramakrishna, Vivekananda, Ananda Mai Ma, Ramana Maharshi..., braucht man dann schlechte Kopien? Und Ramana Maharshi hat immer wieder betont, dass die innere Verbindung mit der geistigen Atmosphäre des wahren Meisters ausreicht.

Bei all diesen Neo-Advaita-Lehrern handelt es sich praktisch ausnahmslos um "Hochstapler der Mystik", wie Gustav Meyrink schon in den 20er Jahren diese Leute nannte. Die "Ich Bin"-Schwindler gab es schon damals, nur nicht in diesen Massen. Zitat aus der Geschichte von Meyrink "Hochstapler der Mystik", in der er beschreibt wie ihn ein Erleuchteter in seinem Haus in Starnberg besucht hatte: "Mit einem Mal hob der Prophet — es war schon wieder einer, wie ich gleich befürchtet hatte — die zottige Faust, schlug auf den Tisch und sagte dumpf: »Uech bün!« Lebhaft unterbrach ich: »Ich auch!«, und dann geht es weiter, mehr dazu auf der Seite Gustav Meyrink...

Es wird vorgegaukelt, das "Erwachen" führe zum Erwachtsein und damit hätte man alles hinter sich und sei erlöst, man sei am Ende der spirituellen Suche abgekommen. Das lockt natürlich viele Menschen an, hat aber mit den Realitäten eines echten spirituellen Entwicklungsweges und des tatsächlichen Erlöstseins nichts zu tun. Und diese Art Erwachtsein will dann der Satsang-Teacher über endlos wiederholte, gleichartige Gedanken(!)-Gänge, an die ehrfürchtig wartenden Hörer bringen: "Alles geschieht einfach", "Das Ego ist nicht-existent, dein Leben eine nichtexistente Story", "lass es fallen", "Es ist niemand da", "man kann nichts tun, man braucht nichts zu tun, denn man kann ES nicht erreichen" und so weiter und so weiter. Dann wird behauptet, dass man selber "als Befreiter" gar keine Erfahrungen mehr machen und keine Erlebnisse haben könnte, dass man nicht mehr erinnern könne, wer man "als Person" sei oder seinerzeit gewesen sei, so endgültig oder irreversibel sei die eigene Persönlichkeit verschwunden, die es - ach ja - gar nicht gibt und gegeben habe usw. Dann kommt es meist noch dicker, wie ich gerade in einem Beispieltext gelesen habe. Mit einem schier unerträglichen Geschwafel wird zum Beispiel die Erleuchtungs-Erfahrung von Sri Ramana „analysiert“. Man weiß (natürlich als mindestens ebenso Befreiter wie Ramana), was da abgelaufen ist und was Ramana sich dabei gedacht hat, was da mit seinem Ich und seinem Selbst gerade los war. Wer hier nicht merkt dass da nicht etwas, sondern ALLES faul ist, der ist glücklich zu preisen. Denn im Schlusssatz dieser Abhandlung steht: "Danke. Das ist eine sehr wichtige Analyse, die vielen Menschen helfen wird, die sich dem Ende ihrer spirituellen Reise nähern". Also denn: Rettet Euch, denn das Ende Eurer Reise ist nah! Da ist er wieder, der stärkste Angelhaken für Satsangschüler: Kommt zu mir und hört mir zu, denn dann ist das "Ende Eurer Reise" absehbar. Und ich als Befreiter und Teacher bin auch gerettet, als Trittbrettfahrer von Ramana Maharshi, und kann als Ramana-Maharshi-Schmarotzer ein machterfülltes Leben genießen. Eine neue Masche bei Pseudo-Satsang ist, einen kritischen und durchaus zutreffenden Artikel über die Mängel und das Falsche bei Neo-Advaita zu schreiben und dann denselben Unsinn unter abenteuerlichen Gedanken-Konstruktionen und unter eigenem Namen als nunmehr echten Über-Weg erneut anzubieten. Der Unsinn wird dadurch nicht besser!

Alle diese Lehrer berufen sich auf ein Erwachenserlebnis, das sie wohl gehabt haben, das aber in ihrer Qualität und Tragweite weit, weit überschätzt wird. Es handelt sich im besten Fall dabei um das, was man im Zen ein "kleines Kensho" nennt, eine kleine Selbst-Wesensschau. Und das ist, wie mir meine erste Zenmeisterin einmal sagte, nur ein ganz winziger Vorraum in einem Riesenbauwerk. Keiner der vielen tausend Zenschüler weltweit, die dieses Erlebnis hatten, käme wohl die Idee, sich damit als "irreversibel" Verwirklichter zu bezeichnen und damit dann Satsang zu geben. Dazu gibt es dann ein Bild (oder Video) von Ramana Maharshi hinter der eigenen "Person" als "Reklamefläche für nichtvorhandene Tugenden". Dazu passt sehr verräterisch eine Bemerkung von Tony Parsons, die ich selbst bei einem Satsang (die ich sonst nicht besuche!) in München gehört habe: "Ramana Maharshi was only a teacher". Hier liegt leicht erkennbar eine Verwechslung der Personen vor.

Wie Selvarajan Yesudian dazu immer wieder einmal sagte: "Wer sich als Kanal ausgibt, ist keiner". Und Elisabeth Haich  schreibt in der "Einweihung" zum Thema "Diener am großen Werk der Erlösung": "Dabei haben sie aber für jede ihrer Taten die ganze Verantwortung zu tragen! Sie bekommen die Aufgaben, aber auf welche Art sie diese bewältigen, müssen sie selber, im Bewußtsein der Verantwortung ihrer Taten, entscheiden. Je höher sie steigen, desto größer wird ihre Verantwortung. Derjenige, der für seine Taten und für seine Arbeit nicht selbst die Verantwortung trägt, sondern die Verantwortung für seine Handlungen auf ein Mitglied des Ordens schiebt, derjenige, der seine Arbeit nicht als seine eigene, persönlich gewollte Arbeit anerkennt, sondern seinen Handlungen den Anschein gibt, als ob er im Auftrage des Ordens oder als mediales Werkzeug eines Ordensmitgliedes handeln würde, der ist ein Verräter und verliert im selben Augenblick allen Kontakt mit dem Orden. Davon aber, daß er aus der Einheit herausgefallen ist, erfährt er nichts, und es kann vorkommen, daß er noch jahrelang des Glaubens ist, ein Mitarbeiter zu sein. Solche werden vom Orden dazu gebraucht, andere Menschen zu prüfen, ob sie die falschen Propheten anerkennen und ihnen folgen oder ob sie im selbständigen Denken und im Unterscheidungsvermögen schon so weit fortgeschritten sind, daß sie jedes Wort, das sie hören, prüfen und erst nachher annehmen. Diejenigen, die den falschen Propheten folgen, sind noch blind, die sich durch einen Blinden führen lassen. Sie fallen beide in die Grube."

Nur ein von seiner "Persönlichkeit" erlöster Mensch, also jemand, der in diesem Riesenbauwerk voll zuhause ist, kann Satsang im wahren Sinne geben. Das sind oder waren ausser Ramana Maharshi nur ganz wenige Menschen. Davon sind die "Neo-Advaita-Gurus" himmelweit entfernt. Wie definiert Ramana Maharshi das Erlöstsein? "Wenn Ihnen nie wieder der Gedanke "Ich" kommt". Man setze diese Beschreibung einmal in Beziehung zum "Neo-Erwachtsein" und zum Verhalten der neuzeitlichen Satsang-Lehrer.

Mit einer kleinen Erfahrung und einem gewissen Training kann man anscheinend lernen, über Advaita beeindruckend zu reden, ohne dass da wirklich eine ausgereifte Erfahrung dahinter steht, die einen wirklichen Satsang-Geber ausmachen könnte. Dann steckt der Lehrer schon in der Guru-Falle, die SATYAMAI (Lucy Cornellssen) bereits vor vielen Jahren in einem Buch über das Leben Sri Ramana Maharshis beschrieben hat. Nur weil es echtes Gold gibt, gibt es falsches Gold. Aber das falsche Gold kann es wohl nicht sein. Meiner Wahrnehmung nach würden viele der umherziehenden "Erleuchteten", die man etwa in Internet-Videos beobachten kann, ein einfaches Testinterview eines Zenmeisters mit Koanfragen nicht überleben.  Also etwa ein Koan erfassen wie das von Meister Bassui: "Fürwahr wollte einer fragen: «Wie sieht unser Buddha-Geist aus?» so würde ich antworten: «In den Bäumen spielen die Fische; im tiefen Wasser fliegen die Vögel.» Was heißt das? Wenn Euch das noch nicht einleuchtet, blickt in Eure eigene Seele und fragt: «Was ist der Meister, der sieht und hört?»" (Aus "Die drei Pfeiler des Zen", Bassui-Briefe)

Bhagwan Sri Rajneesh (Osho) etwa konnte keine Koans erfassen, seine "Lösungen" sind alle nur intellektuell-philosophisch. Das geht eindeutig aus seinen Texten zu Zen-Koans hervor, die er veröffentlicht hat, sogar mal eine ganze Sammlung in einem Buch. Diese nicht vorhandene Einsicht Oshos wird auch von mehreren Zenmeistern bestätigt, die seine "Interpretationen" gelesen haben. Da kann man sich nun seinen Reim drauf machen. Wenn man etwas drüber nachdenkt, wird einem klar, dass Erleuchtung keine gigantische Ausweitung des Bewusstseins oder eine Energie-Explosion ist (die dann oft nur zu einer aufgeblasenen oder "gigantischen" Persönlichkeit führt, die Osho ohne Zweifel ja war), sondern das schlichte (und schließlich endgültige) Auslöschen der dualistischen Welt-Wahrnehmung, wie sie bei Ramana Maharshi als "sajah samadhi" in einzigartig tiefer Weise gegeben war.

In den Ochsenbildern des Zen entspricht das 10. Bild "Auf dem Marktplatz" einer voll erwachten "Person" (entsprechend der Tarotkarte 22 - der Narr, der die vorhergehende Karte 21, die ganze Welt in sich trägt): "Betreten des Marktes mit offenen Händen": Die Tür seiner Hütte ist verschlossen, und selbst der Weiseste kann ihn nicht ausfindig machen. Die Gefilde seines Innern sind tief verborgen. Er geht seinen Weg und folgt nicht den Schritten früherer Weiser. Er kommt mit der Kürbisflasche auf den Markt und kehrt mit seinem Stab in die Hütte zurück. Schankwirte und Fischhändler führt er auf den Weg, ein Buddha zu werden. Mit entblößter Brust kommt er barfuß zum Markte. Schmutzbedeckt und mit Asche beschmiert, lacht er doch breit übers ganze Gesicht. Ohne Zuflucht zu mystischen Kräften bringt er verdorrte Bäume schnell zum Blühen. (Übersetzung aus "Die drei Pfeiler des Zen", Philip Kapleau)

Wie begreift sich selbst ein zutiefst erleuchteter Zenmeister unserer Zeit, Yamada Koun Roshi (der zahlreiche Zenmeister im Westen - manchmal nicht unproblematisch - autorisiert hat) anhand dieser "Jakobsleiter" der spirituellen Entwicklung? In dem Buch "Zen - the authentic gate" von Yamada Koun Roshi kann man lesen: "Das Obige war eine Erklärung der Ochsenbilder bis zur fünften Stufe. Die folgenden Stufen sind so hochentwickelt und so weit von unserer eigentlichen Praxis entfernt, dass es für die meisten Zenschüler von wenig Nutzen wäre, sich damit zu befassen. Ich erinnere mich, dass Harada Roshi (der Lehrer von Yamada Roshi) sagt, dass wir einiges an Verständnis bis zur Stufe des 7. Ochsenbildes entwickeln können, dass aber die folgenden Bilder sich unserer Vorstellungskraft entziehen. So habe ich selbst keine Qualifikation, leichtfertig über die Zustände des 6. Ochsenbildes und der weiteren Bilder zu reden. Deshalb ziehe ich es vor, meine Erklärung der Ochsenbilder an dieser Stelle zu beenden."

Das sollte einen demütigen Einblick geben in die wahrhaftige Realität einer spirituellen Entwicklung.

Vor diesem Hintergrund kann man sich auch fragen: Warum die Hoffnung, Sehnsucht, Gier nach schnellem Erlöstsein, nach dem Ende der Reise? Das ist nur eine vorübergehende Phase. Meine erster Yogalehrer Franz Krabichler, ein hervorragender Schüler und enger Freund von Yesudian-Haich sagte immer wieder: "Erlöst werden kann ich immer noch, die Beschränkung ist gerade das Interessante". Elisabeth Haich sagte so wunderbar einfach "Seien wir normal", "Es gibt genug Zeit in der Ewigkeit". Bei Yaeko Iwasaki kann man lesen: "Ich bin so dankbar, so dankbar für diese Erkenntnis, daß es in sich selbst Vollkommenheit ist, wenn ich so, wie ich bin, Leben auf Leben EINFACH NUR DA BIN. Im ganzen Weltall bin ich erhaben, und das ist vollkommen natürlich. Ich bin erstaunt, daß ich jenes EINE bin. Wie wunderbar, wie voller Wunder!" (Quelle siehe unten). Wo ist hier das phantasierte "Ende der Reise"?

Das alles nun sollte genügen, um zu erkennen, um welche Kindereien und damit Kinderkrankheiten es sich bei dem neuzeitlichen Erwachens-Rummel handelt. Hoffen wir auf Heilung, nach und nach!

 

Was also ist Satsang wirklich (aus Sri Ramana Maharshi – Im Lotus des Herzens von Satyamayi, Kindle ebook):

"14. April 1950 (Todestag von Ramana Maharshi):

Beim Stundenschlag, da sich zum letzten Male die Lider senkten über deine Augen, die starken, strahlend-schönen, deren Zauber so manchem lebenswunden Menschenherzen das Tor erschloss vor grenzenlosen Weiten Ewiger Harmonie. Da löste sich aus hohem Weitenreigen, aus Natarajas schöpferischem Tanz ein heller Stern. Er glühte auf und glitt in sanftem Bogen über Madras dahin, sank und erlosch. Und mancher, der ihn fallen sah, gedachte dein, und wußte so die Kunde, die jener helle Stern ins All geschrieben: Daß von dir glitt, was Hülle, irdisch war, und du zurücktratst, daher du gekommen, in jene stille, reine, wandellose Ewige Wirklichkeit, die du uns neu geschenkt in deinem Schweigen. Aus Shivas Reigen löst sich ein Stern, glüht auf und fällt - wohin? Das Eine, schweigend, regungslos und rein - mit sich allein ruht unberührt, die wandellose WAHRHEIT."

DAS ist Satsang - immer und überall. OM TAT SAT!

 

Quelle Yaeko Iwasaki:

Yaeko Iwasaki war eine fünfundzwanzigjährige junge Frau, die nach etwa fünf Jahren Zazen, während derer sie zum großen Teil auf dem Krankenlager übte, Erleuchtung fand und dann in den folgenden fünf Tagen diese geistige Schau in einem Maße vertiefte, wie es im heutigen Japan selten ist. Eine Woche später, in Erfüllung ihrer eigenen Vorahnung, war sie tot. Die folgenden Stellen sind Auszüge aus den Briefen, die sie im Dezember 1935 an ihren Lehrer, den damals fünfundsechzigjährigen Zen-Meister Daiun Sogaku Harada schrieb. (aus KAPLEAU, PHILIP: DIE DREI PFEILER DES ZEN, SCHERZ- O.W.BARTH-VERLAG, S. 369 ff.)