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Die Suche nach dem Selbst - Teil 2

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Unsere WAHRE QUELLE ist verhüllt von den Aktivitäten der äußeren Person und auch noch von einer tieferliegenden "Schattenschicht", die alle ungelösten positiven und negativen Potentiale des Menschen enthält. Die "Oberfläche" und auch diese "Schicht der Komplexe" stört, behindert das innere Freiheitsgefühl, das innere Identitätsgefühl, läßt das tiefinnen angelegte eigentliche Fühlen, Denken, Wollen und Wahrnehmen des wahren Ich nicht zum Zuge kommen.
Unsere Wahrnehmung der Außenwelt wird durch den Schatten verzerrt, wir sehen und erfahren nur durch die Brille unserer bisherigen, nicht immer wirklichkeitsangepaßten Erfahrungen. Und jeder weiß aus eigener Erfahrung, daß er aufgrund innerer Hemmnisse sich nicht immer so verhalten und ausdrücken kann, wie das seinem eigentlichen, tieferen Wollen entspricht. Die trübenden Schichten in uns verzerren also beides, Wahrnehmen und Handeln, Erleben und Verhalten.
Wenn nun schon unser ureigenes Fühlen und Wollen verschüttet ist, wie soll sich dann das GÖTTLICHE, WAHRE SELBST in uns zeigen und ausdrücken können?
So ist es klar, daß der Schatten, das Trennende, die "Person" zunächst bewußt erfahren, dann angenommen, schließlich gereinigt und aufgelöst werden muß, so daß unser Bewußtsein immer weniger durch Spannungen, Blockaden und ungelöste Vergangenheitserfahrungen behindert wird. Das wird Schritt für Schritt unsere Persönlichkeit befreien und dann auch schließlich den Blick auf das WAHRE SELBST zulassen.
Bei diesem bewußten Entwicklungsprozeß können wir übende und aufdeckende (reinigende, therapeutische) Verfahren unterscheiden, die jeweils einen anderen Bereich des Menschen ansprechen und auch in ihrer Zielsetzung differieren.
MEDITATION und GEBET etwa sind übende Verfahren, die auf das tiefste Innere, das WAHRE LICHT in jedem Menschen zielen, es anrufen, sich ihm ausliefern. Andere übende Verfahren wie TIEFENENTSPANNUNG, AUTOGENES TRAINING sind mehr zur Beruhigung und Gesundung der körperlichen und psychischen Bereiche des Menschen gedacht, zielen also nicht in die unpersönliche MITTE, sondern auf den Bereich des gesunden, integrierten Menschen, wollen das echte, authentische Ich freisetzen.
Auf diesen Übungswegen werden die Hindernisse und Störungen, die bei der Konzentration nach innen auftreten und die immer Ausdruck unerledigter seelischer Konflikte und Spannungen sind, eher als sekundär angesehen. Man ignoriert sie so gut es geht und versucht, sich konzentrativ in einen positiven, angestrebten Zustand der RUHE, der ENTSPANNUNG, der GELÖSTHEIT "hineinüben".
Deshalb führen bei den übenden Verfahren die Methoden direkt in den Bereich des SELBST oder in den Bereich des wahren Ich hinein. Man will dabei die Problemzone durch Nichtbeachtung gewissermaßen überspringen, was freilich nicht immer geht.
Bei den aufdeckenden, im eigentlichen Sinn therapeutischen Verfahren, heftet sich die Konzentration, anfangs oft unter sachkundiger therapeutischer Führung, zunächst auf den Schatten, auf das Symptom, was oft nicht einfach ist und Geduld und Ausdauer verlangt. Dadurch aber kommt ein Prozeß in Gang, der den Schatten auflöst, so daß der Mensch sich für eine tiefere Bewußtseinsschicht öffnen kann.
Es ist wie im Märchen vom DORNRÖSCHEN, der schlafenden Seele in unserem Inneren. Erst wenn die Dornenhecke (der Schatten) gefallen ist, erwacht die schlafende Seele durch den Kontakt mit dem Prinzen, durch die Begegnung mit dem erlösenden WAHREN SELBST.

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Der Schatten, das Ungelöste in uns, drückt sich immer mehrdimensional aus. Alle Spannungen und ungelösten Konflikte, die wir seit der Zeugung durch zahllose Umwelteinflüsse in uns aufgebaut haben, manifestieren sich
körperlich als Muskelblockaden, als gestörtes Atemmuster, gestörte Körperwahrnehmung, blockierter Energiefluß (KÖRPERPANZER, CHARAKTERPANZER)
seelisch als verzerrte Gefühle, Pseudogefühle, Ersatzgefühle, auf der Bilderebene auch als verdrängte visuelle Erinnerungen negativer, traumatischer Erlebnisse
gedanklich als negative, verzerrte, wirklichkeitsfremde Lebenseinstellungen, "Lebens-Programme"
Jedes psychische Symptom (Ängste, Zwänge, Depressionen, psychosomatische Symptome) kann als eine Manifestation eines solchen Komplexes, einer "Zusammenballung" von Körperverspannungen, verzerrten Gefühls,  Denk-, und Atemmustern aufgefaßt werden. Die zugehörigen Bilder, Erinnerungen des Komplexes sind verdrängt. Komplexe dieser Art hat jeder Mensch, sie haben nichts mit "Verrücktheit" zu tun, sondern gehören zum Leben. Sie sind gewissermaßen nur eine Zusammenfassung, eine Verdichtung der noch unentfalteten, noch ungelösten Lebens-Themen.
So kann etwa eine schwierige Geburt mit Sauerstoffnot sich später äußern in Muskelverspannungen, besonders im Herz-Bereich und Schulterbereich, in Kopfdruck, häufig wiederkehrenden Migräneanfällen, in einem gehemmten Atemmuster, in ständigen Bedrohungsgefühlen ohne realen Anlaß und in der gedanklichen Haltung, einem unterschwellig stets vorhandenen "Lebensprogramm": "Ich darf mich nicht entfalten, alles ist immer so schwierig".
Zur Freiheit kommen wir nur, wenn wir uns in ENTSPANNUNG diesen gespeicherten negativen Erlebnissen stellen, sie annehmen und sich auflösen lassen. Das ist freilich oft nicht einfach, erfordert den Mut, sich tief auf das eigene UNBEWUSSTE einzulassen mit all den Gefahren die dort auch lauern können.
Unsere "äußere Person" hat solch eine Entwicklung nicht gerne, sie ist ihr zu risikoreich, zu anstrengend. So greift man gerne, um Spannungen abzubauen, zu kompensatorischen Ablenkungen wie Essen, Trinken, Rauchen, Alkohol, Drogen, Fernsehen, Sexualität. Die eigentliche Spannungsursache wird damit natürlich nicht aufgelöst.
Das Leben, das SELBST in allen Dingen, hat für diese Fälle vorgesorgt. Solange wir die innere Auseinandersetzung vermeiden begegnen wir unserem Schatten vermehrt in der Außenwelt, ziehen in Beruf, Partnerschaft, den Kindern solche Lebensumstände an, die uns bewußtmachen können und werden, was in uns nicht gelöst ist.
Mit fortschreitender Entwicklung kann und wird sich aber die Problemlösung mehr und mehr nach innen verlagern. Man beschuldigt immer weniger die Umwelt, die Eltern, die Vergangenheit, eine astrologische Konstellation etc., sondern sucht nach innen, nach dem ungelösten Schattenanteil, bis sich mehr und mehr ein zielstrebiger innerer WEG ergibt, der dann vielleicht auch manch äußere Schwierigkeit, die ja immer nur Hinweisfunktion hat, überflüssig macht.

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Diese innere Arbeit wird, unabhängig von der konkret verwendeten Methode, umso erfolgreicher, je mehr die vier folgenden Faktoren erfüllt sind:
ENTSPANNUNG - körperlich, seelisch, geistig, also gelassen an die innere Arbeit herangehen. Den Leistungsdruck verabschieden!
SAMMLUNG (KONZENTRATION) des BEWUSSTSEINS
INTENSIVIERUNG durch den ATEM (sanft oder dynamisch) und
FREIHEIT (kein Zwang, kein Muß, kein Sektierertum) im rechten Maß.
Dieses eigene Bemühen durch gesammeltes Wachsein im Jetzt-und-Hier wird von uns verlangt, damit uns das WAHRE SELBST helfen und entgegenkommen kann.
In den Worten von ANGELUS SILESIUS :
Es ist zwar wahr, daß GOTT
Dich selig machen will.
Glaubst Du, er will's ohn Dich,
so glaubest Du zuviel.
Das Bewußtsein muß sich in RUHE (soweit das am Anfang schon möglich ist) konzentrieren, in das Jetzt-und-Da einstimmen. Die Intensivierung der Kraft, in die Tiefe zu gehen, kommt durch die ATMUNG in Verbindung mit ENTSPANNUNG, also ein gelöstes tiefes und doch sanftes Atmen. In dieser Haltung kommen wir am ehesten in die Tiefe, nähern uns mit dem persönlichen Jetzt-und-Da-Bewußtsein dem großen JETZT-UND-DA des WAHREN SELBST. Wir werden still, beruhigen uns, öffnen uns und so kann das WAHRE SELBST in uns aktiv werden, unsere Lebensumstände ändern, uns durch hilfreiche "Zufälle" begegnen und uns "nach innen" ziehen, uns das Gefühl der Sicherheit, der Geborgenheit, der Gottesnähe vermitteln. Allmählich wächst dann unsere Konzentration und Sammlung auch im Alltag.
Bei der Arbeit an sich selbst wird man bemerken, daß sich die Konzentration dabei auf verschiedene Bewußtseins-Bereiche heften kann: Zunächst auf das Gewahrsein der Außenwelt, dann auf die Innenwelt, den Bereich der organismischen Dränge, inneren Bilder und Gefühle, dann auf das Zwischenreich, den Schatten.
Für SPIRITUELLE THERAPIE UND SELBSTERFAHRUNG ist der wichtigste Konzentrationsbereich die ZONE DES WAHREN SELBST ganz in der MITTE, der ungreifbare Punkt, an dem immer RUHE und FRIEDEN herrschen. Diesen Punkt können wir zwar durch eigene Anstrengungen nicht erreichen, aber schon die Hinwendung zum SELBST durch Meditation oder Gebet bewirkt Entscheidendes: Die WENDUNG des Selbst zu uns, die Führung durch die HÖHERE MACHT.
Dieser Entwicklungsweg führt auf lange Sicht von der VIELHEIT zur EINHEIT und EINFACHHEIT, von der Vielfalt der Methoden zur EINFACHHEIT, in der als Entwicklungs-Methode dann MEDITATION genügt, auch im Sinne von "nur mehr JETZT-DASEIN".
Der Weg geht vom Mysteriösen, Nebulösen und Okkulten zur KLARHEIT, von der psychischen Entwicklung hin zur psychischen GANZHEIT, dann schließlich zur spirituellen Entwicklung, zum Erlebnis der VOLLKOMMENHEIT DES GEISTES, nicht des individuellen Geistes, sondern des GROSSEN GEISTES, der das ganze Universum belebt.
Dieser Weg hat als erstes, persönliches Ziel die Befreiung der Person von Symptomen und Beschränkungen, also die Integration und Gesundung der Persönlichkeit. Das ist Selbst-Erfahrung und Selbst-Verwirklichung (des kleinen, persönlichen Selbst), die schließlich dazu führt, daß eines Tages auch das große SELBST freigelegt und verwirklicht wird.
Als spirituelle Zielsetzung hat dieser Weg also die SELBST-Verwirklichung, die Erfahrung des großen SELBST, die oft falsch als "Selbsterlösung" oder "Selbstüberhöhung" kritisiert wird, besonders von christlicher Seite. Man übersieht dabei, daß auch bei diesem Weg der Mensch seine Erlösung und Befreiung nicht "selber macht", nur daran "mitarbeiten" kann, daß die erlösende CHRISTUS-BUDDHA-WIRKLICHKEIT, die schon immer existent war, freigelegt wird.
RAMANA MAHARSHI beschreibt das so: "SELBST-Verwirklichung ist keine neue Errungenschaft. Sie besteht lediglich darin, daß die Wolken vor der WAHREN WIRKLICHKEIT, die wir immer sind, sich durch den Prozeß der SELBST-ERFORSCHUNG auflösen."
Zu dieser "Mitarbeit" sollen die Meditations-CDs eine Hilfe sein.
Sie können zur Selbst-Therapie auf der psychologischen Ebene eingesetzt werden, sind aber in erster Linie zur Begleitung auf einem esoterischen oder spirituellen Weg gedacht. Die Meditationen gehören im oben beschriebenen Sinne zu den übenden Verfahren, sollen eine Brücke darstellen zum Kontakt mit dem WAHREN SELBST, leise, undramatisch und doch bei konsequenter Übung sehr wirksam und intensiv.
RAJA-YOGA ist eine der wirksamsten ATEM-MEDITATIONEN, die bei fortgesetzter Ausübung über einen längeren Zeitraum das ganze Schicksal verwandeln kann. SAMSARA, NAMASKAR und MANTRA-NAMASKAR gehören in die Reihe der sanften Körperarbeit. Durch das "Lernen mit dem Körper" wird unser Unbewußtes tiefer beeinflußt als man das im Alltagsbewußtsein ahnt. Langfristig gesehen wird unsere ganze innere Haltung dem WAHREN SELBST gegenüber umgeformt, auch wenn dem einen oder anderen der Effekt der Übung auf den ersten Blick vielleicht zu gering zu sein scheint. Eine Übung mit besonderer therapeutischer Kraft ist DER LEBENSLAUF (mit den Erweiterung Dharma-Lokah (Lebensschauplätze) und Amma Lokah (Lebensbeziehungen) - das Laufen (bzw. Schütteln) scheint nach allen bisherigen Erfahrungen eine sehr tiefgreifende Bewußtwerdung und Integration der Lebenserfahrungen in einzigartiger Weise zu fördern.
Es gibt wesentlich dynamischere Bewegungsmeditationen, die ihren eigenen Wert für Katharsis und Therapie haben. Aber es gilt nicht der Satz: Je dramatischer, umso wirksamer. Gerade ganz einfache, subtile Übungen können in der Tiefe des Bewußtseins die intensiveren Wirkungen zeitigen, weil sie schon eher auf der Ebene des Wahren Selbst, nicht auf der Ebene der Persönlichkeit liegen.
Die Meditationen können und werden aber auch therapeutische Wirkungen haben, wenn sie Hemmungen und Widerstände auf der psychologischen Ebene aufdecken. Bemerkt man solche Blockierungen immer wieder, ist es am besten, mit einem meditativ orientierten Therapeuten die angeschnittenen Themen zu bearbeiten.
Die CDs, die Meditations-Texte enthalten (CD spirituelle Tiefenentspannung - Chakrameditation), sollen nicht abhängig machen von Fremdeinflüssen, sondern zur SELBSTERFORSCHUNG und SELBSTERFAHRUNG anregen. Sie sind eigentlich nur als Beispiel und Anregung gedacht. Es wird also gut sein, nach genügender Übung mit den CDs auch einmal zu versuchen, die spirituelle Entspannung oder die Einfühlung in die sieben Chakras ohne den Text der CD durchzuführen. Dazu kann dann gut die CD mit CHAKRA-MUSIK "Chakra-Welten" mit benutzt werden.
Für die Übungen sollte man sich genügend Zeit nehmen und schon vor Beginn alle äußeren Störungsmöglichkeiten ausgeschaltet haben (z. B. Telefon ausstecken, Anrufbeantworter einschalten). So kann man sich in innerer Ruhe auf die Meditation einstellen. In Hektik vollzogen, verlieren die meisten Übungen einen Großteil ihres Wertes.
Die Wirkung der Meditationen wird sich vertiefen und festigen, wenn Sie ein Übungs-Protokoll machen: Wie habe ich mich während und nach der Übung gefühlt, welche Erkenntnisse und Einsichten sind aufgestiegen, konnte ich neue Leitsätze für mein Leben finden und ähnliches?
Auszüge aus meinem Buch: "Transpersonale Selbsterfahrung - Wege zum Wahren Selbst" (vergriffen, wird demnächst neu überarbeitet) 

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