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OM-Erfahrung  (Selvarajan Yesudian)

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"Das heiligste Wort in den ältesten Schriften der Welt - den Veden der Hindus - lautet OM. Diese Silbe symbolisiert beides: Gott mit Form, innewohnend in der ganzen Schöpfung und Gott ohne Form, unmanifestierter, in-sich-ruhender Weltgeist.

yesudianIn der Pyramide: "Der Raum war in pechschwarze Dunkelheit gehüllt. Kein Lichtstrahl vermochte in die Mitte dieses größten von Menschenhand errichteten Bauwerkes zu dringen. Ich saß in einer Ecke der Königskammer und meine ganze Aufmerksamkeit war auf ein Ziel gerichtet: War ich in der Lage, Gott so anzurufen, wie es die alten Ägypter taten? Wenn Gott und Sein Name eine Einheit bilden, dann will ich jetzt, als Kind Ägyptens, Seinen heiligen Namen aussprechen. Ich zog mich von der äußeren Kammer zurück und ging in die innere, in mein SELBST. Ich rief zu Gott auf die gleiche Weise, wie ein Kind seine Mutter ruft. Bald verwischten die Grenzen zwischen innerem und äußerem Frieden, verschwammen, verschwanden. Im gleichbleibenden, ruhigen Rhythmus vibrierte in jeder Ausatmung der Klang des heiligen Wortes AMEN, getragen von der gleichen Melodie, mit der damals der Bischof von Madras den Segen auf seine Gemeinde herabrief. Mein Zeitgefühl war ausgelöscht, kippte hinein in die Endlosigkeit der Ewigkeit. Jegliche äußere Wirklichkeit hörte auf zu existieren, nur noch SEIN war. Die Zeit stand still.
Es kostete keine Anstrengung die Welt zu vergessen, denn der Wahrnehmende war nicht mehr. Es wurde überflüssig, den Namen GOTTES laut zu wiederholen, ER hatte mich schon erhört und offenbarte sich in meinem Herzen. "SEI STILL UND WISSE, DASS ICH GOTT BIN", so sprach GOTT zu David.

Im Schutzkeller (während der Belagerung Budapests am Ende des 2. Weltkriegs, siehe "Einweihung" von Elisabeth Haich):

"...Während ich OM wiederholte, zerriss ein Schleier der Dunkelheit nach dem andern und in majestätischer Weite öffnete sich ein freier Horizont vor meinem sich ausdehnenden Bewusstsein. Ich schaute das Antlitz des Schweigens und hielt inne. Dann warf ich mich zu SEINEN Füßen, umklammerte sie ganz fest und sagte: "Ich lasse Dich nicht gehen, bis Du mich nicht gesegnet hast!"
Wellen des FRIEDENS überfluteten mein Herz. Es existierte weder Vergangenheit noch Zukunft, nur ewige Gegenwart - die ewige Gegenwart, die immer HIER und JETZT ist. Nie war ich Gott so nahe, wie damals in jenem Keller. Es schien, als füllte OM den Raum - Himmel und Erde. Es kam von allen Seiten, von innen, von außen, von oben, von unten und jede Faser meines Wesens war OM-durchdrungen, wie auch die Luft, die mich umgab.

OM war das Heiligste, es war BRAHMAN selbst und in Seiner Nähe wagte ich nicht einmal mehr zu atmen. Erschüttert warf ich mich zu Boden und verneigte mich vor dem lebendigen Gott in mir und außerhalb von mir, dessen Allgegenwart durch die ganze Schöpfung pulsiert. Der Klang steigerte sich zu himmlischer Sphärenmusik, mit Stimmen, die vom tiefsten Bass zum höchsten Sopran reichten. Alles vibrierte. Sich explosionsartig entladend, der Eruption glutfließender Lava gleich, verursachte ein OM-Ton den anderen, gefolgt von Hunderten, ja Tausenden.  Meine Lippen hatten längst aufgehört, die heilige Silbe laut aus-zusprechen. Nie zuvor hatte ich gefühlt, daß Gott mir so nahe ist, und es immer war. Ich wusste nicht, daß Gott und Sein heiliger NAME ein und dasselbe sind. OM ist der NAME GOTTES. Nur den Namen erwähnen, heißt Gott im Bewusstsein leben-dig werden zu lassen, den Raum mit heiliger Schwingung füllen, die himmlischen Hierarchien anrufen.  Und auch sie stimmten ein in diesen Lobgesang, der weder Anfang noch Ende kennt. 0, mein Gott, Du hast mich in diesen Ozean Deiner Gnade aufgenommen. Darf ich für immer darin verweilen, eins sein mit DIR?"

Aus "Steh auf und sei frei" von Selvarajan-Yesudian, Drei-Eichen-Verlag (vergriffen)  |  Mehr Info Yesudian...

 

 

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