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Das Exerzitium nach Elisabeth Haich

elisabeth haich2Ein wichtiges Element in der spirituellen Schulung von Elisabeth Haich war das sogenannte Exercitium (Exerzitium). Elisabeth Haich entwickelte eine besondere Form spiritueller Phantasiereisen, die sie Exercitium nannte, eine Reise vom Dunkel materieller Verblendung ins Licht des Wahren Göttlichen Selbst in verschiedenen Variationen, die  gewissermaßen eine Verdichtung des wesentlichen Entwicklungsprozesses ist, wie er in dem Roman „Einweihung“ geschildert wird. Frau Haich übte immer wieder mit ihren Schülern diese Exercitien, das waren mehr als 10 verschiedene "Bilderreisen". Sie erzählte auch hin und wieder die Anekdote von dem berühmten Züricher Psychiatrieprofessor, der diese Übungen versteckt mitmachte, damit er von seinen Patienten nicht bemerkt wurde, die auch im Zuhörerkreis saßen. Er sagte zu ihr: "Gnädige Frau, ich verbeuge mich ganz tief vor Ihrem psychologischen Wissen".

Eine Erlebnisbeschreibung des Exercitiums durch einen langjährigen Teilnehmer R.Z.  (aus dem Yoga-Journal Spezialheft über Selvarajan Yesudian)
"…Als ich Frau Haich begegnete, war sie bereits über neunzig Jahre alt und eine Zeitzeugin für Mystik, Esoterik, Okkultismus und Philosophie. Sie hatte intime Kenntnisse über Strömungen und Organisationen wie die Freimaurer, die Rosenkreuzer, die Theosophen etc. ….
In einer Yogastunde in Bern gab Herr Yesudian bekannt, am kommenden Donnerstag würde Frau Haich in Zürich ein Exerzitium durchführen. Ich fragte eine ältere Dame, was dies wohl sei, und sie antwortete, dies sei eine richtige "Seelenwäsche", man würde Frau Haich nicht sehen, aber ihre Stimme durch einen Vorhang hindurch hören. Ich müsse dies jedoch unbedingt selbst erleben. Nun gut, so habe ich an diesem ersten und später an vielen weiteren Exerzitien teilgenommen.
….In ihrer Einleitung wies Frau Haich jeweils auf Ignatius von Loyola hin, der mit Hilfe der Exerzitien seinen Gefolgsleuten, also den  frühen Jesuiten, zu stählernen Charakteren verholfen hätte. In den Exerzitien, eigentlich diktierten Traumbildern, hätte Ignatius seinen Zuhörern die Folterung Christi derart dramatisch geschildert, dass sie sich vor - selbst erlebten - Schmerzen auf den Bänken gewunden hätten.
Ihre Exerzitien sollten jedoch glimpflicher ablaufen. Sie sollten das Leben in Bildern symbolisch darstellen. Jedes Leben beginnt so, dass wir zuerst nicht wissen, wo wir sind, und was wir eigentlich auf der Erde sollen. Graduell nimmt dann der Bewusstseinsgrad zu. Analog beginnt das Exerzitium, indem wir uns z.B. zuerst eine tiefe Nacht oder einen dicken Nebel vorstellen. Es kommt dann zu Stufen immer höherer Bewusstheit, die in diktierten Bildgeschichten mit hohem Symbolgehalt dargestellt werden und in denen wir normalerweise selbst mentale Entscheidungen treffen müssen.
Der Aufstieg richtete sich dabei nach demjenigen, der auch im Schrifttum von Elisabeth Haich dargestellt ist und sieben Stufen umfasst. Jede Stufe hat ihre eigene Charakteristik und wird im Exercitium bildhaft archetypisch durchlebt. Das Exerzitium endet schließlich im reinen Licht und allenfalls einer kurzen Meditation.
Auf was Frau Haich immer besonderes Gewicht legte, war, dass man sich während des ganzen Exerzitiums, welches zwischen zwanzig und dreißig Minuten dauerte, nicht bewegte. Würde man seinen Körper auch nur einen Zentimeter bewegen, oder gar die Augen öffnen, wäre der Effekt der Übung augenblicklich dahin."

 

 

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